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Das GKV-Spargesetz ist beschlossen: Offener Brief an die Berliner:innen
Am 10. Juli 2026 hat der Deutsche Bundestag dem umstrittenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) zugestimmt. Die KV Berlin wertet die Entscheidung als Schlag ins Gesicht für die niedergelassenen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen.
Bereits im Vorfeld hatte die KV Berlin immer wieder heftige Kritik an den Sparmaßnahmen geübt und auf die tiefgreifenden Auswirkungen auf die ambulante Versorgung hingewiesen. Doch sämtliche Einwände und Vorschläge wurden schlichtweg ignoriert. Das Ergebnis ist nun reine Symbolpolitik: Denn die beschlossenen Kürzungen stabilisieren die Krankenkassenbeiträge nur auf dem Papier, setzen die Praxen jedoch unter enormen finanziellen Druck – mit fatalen Folgen für die Versorgung von Millionen von Patient:innen.
„Die Politik fährt damit die ambulante Versorgung mit diesem Gesetz sehenden Auges gegen die Wand und verliert dabei den Blick für das eigentliche Ziel unseres Gesundheitswesens: die bestmögliche Versorgung der Menschen“, so der Vorstand der KV Berlin.
Liebe Berlinerinnen und Berliner,
jeden Tag versorgen die niedergelassenen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen rund 97 Prozent aller Patient:innen in Berlin. Sie sind die erste Anlaufstelle bei Krankheit, begleiten chronisch Erkrankte über viele Jahre und gewährleisten eine wohnortnahe Versorgung. Damit dies auch künftig möglich bleibt, braucht es ausreichend Praxen – und Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich niederzulassen.
Die ambulante Versorgung in Berlin steht an einem Wendepunkt.
Denn nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin entzieht das am 10. Juli im Bundestag beschlossene Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) der ambulanten Versorgung in Berlin jährlich rund 130 Millionen Euro. Diese Mittel fehlen dort, wo sie unmittelbar der Versorgung der Patient:innen zugutekommen: in den Praxen der niedergelassenen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen.
Vielen Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen werden durch das neue Gesetz die finanziellen Mittel fehlen, um ihre Praxen am Leben zu halten. Denn wenn erbrachte medizinische und psychotherapeutische Leistungen nicht vollständig bezahlt werden, können die immer weiter steigenden Kosten für Mieten, Strom und Personal von den Praxen nicht mehr gestemmt werden.
Die Folgen dieses Gesetzes werden auch für Sie im Alltag spürbar sein:
- Die Wartezeiten auf Termine werden länger.
- Der Weg zur nächsten Haus- oder Facharztpraxis wird weiter.
- Weniger Präventionsleistungen, wie Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen, werden angeboten.
- Leistungen, die heute selbstverständlich zur ambulanten Versorgung gehören, werden künftig zunehmend nur noch als Selbstzahlerleistungen verfügbar sein.
Gesundheit darf jedoch nicht vom Geldbeutel abhängen. Und es dürfen nicht nur diejenigen profitieren, die ohnehin gesund sind – während ältere Menschen, chronisch Kranke, Patient:innen mit komplexen Erkrankungen und Kinder den Kürzeren ziehen. Das ist eine Entwicklung, die alles andere als sozial ist. Sie kommt jedoch nicht überraschend.
Bereits während des Gesetzgebungsverfahrens haben wir alle Berliner Bundestagsabgeordneten eindringlich auf die gravierenden Folgen hingewiesen. Unsere Warnungen waren bekannt. Dennoch haben sich zahlreiche Berliner Bundestagsabgeordnete entschieden, diesem Gesetz zuzustimmen – Diese Entscheidung halten wir für einen schwerwiegenden Fehler.
Sie können selbst aktiv werden.
Wir möchten Sie bitten, diese Entwicklung nicht als unabwendbares Schicksal hinzunehmen:
- Sie finden keinen Hausarzt mehr?
- Sie warten monatelang auf einen Facharzttermin?
- Sie müssen immer längere Wege zur medizinischen Versorgung in Kauf nehmen?
Sprechen Sie darüber mit den Bundestagsabgeordneten in Ihrem Wahlkreis!
Die KV Berlin wird sich weiterhin mit Nachdruck für eine starke ambulante Versorgung einsetzen und auch künftig politische Fehlentscheidungen benennen. Unsere Verantwortung gilt den Patienti:nnen dieser Stadt.
Ihre Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Termin buchen leicht gemacht
Damit Sie mit wenigen Klicks einen Termin in unserer Praxis vereinbaren können, nehmen wir an einem Modellprojekt der Techniker Krankenkasse teil. Dabei können Sie, auch wenn sie bei einer anderen Krankenkasse versichert sind, online ausgewählte Termine verbindlich buchen. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, dass dieser Service nur für Patientinnen gilt, die bereits in unserer Praxis sind.
Termin erinnern leicht gemacht
Im Trubel des Alltags wird die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung leicht mal vergessen. Deshalb haben wir ein computergestütztes Erinnerungssystem, ein sogenanntes „Re-Call-System“, eingerichtet.
Möchten Sie, ohne Kosten für Sie, von uns an überfällige Krebsvorsorgeuntersuchungen erinnert werden? Sprechen Sie uns an, wir veranlassen es gerne.